Brasilien trifft Afrika

Brasilien trifft Afrika

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Drei Musiker, zwei Kulturen im Theater am Campus

Rolf Graff
Minden. Rio de Janeiro und Bahia trafen im Theater am Campus, kurz TaC, auf Einladung der Tucholsky-Bühne diesmal aufeinander. Das verriet schon der Titel „Where Rio de Janeiro meets Bahia“. Rio ist das Zentrum brasilianischer Popmusik und Bahia steht für die Vielfalt afrikanischer Rhythmen. Die beiden brasilianischen Musiker Mario Bakuna &Edmundo Carneiro bringen die traditionelle Folklore ihrer Heimat und, den inzwischen auch schon in die Jahre gekommenen, Bossa Nova mit seiner Fusion von Jazz und Samba zusammen und geben ihm mit viel Persönlichkeit eine eigene Note. Ein Vorgehen, das ja eigentlich auch brasilianische Tradition ist.

Mario Bakuna, der in London lebt, setzt nicht nur als ausgezeichneter Gitarrist eigene Akzente, er komponiert auch viele der Songs, die er einfühlsam singt. Das Duo beginnt mit einem typischen Bossa Nova. Edmundo Carneiro ist ein Perkussionist mit Klasse. Er spielte bereits mit bekannten Musikern wie Baden Powell, Tânia Maria, Toots Thielemans, JohnnyClegg, Ali Farka Touré oder Lou Marini. Mit seiner charmant heiteren Art fand er ebenso schnell Anklang beim Publikum wie mit seiner Kreativität im Spiel. So verließ er auch mal seineInstrumente, um an einer Stahlsäule weiterzuspielen, von der er zu den Instrumenten-Koffern wechselte auf denen er weiter trommelte.

Kaum etwas blieb sicher vor seinen Drum-Sticks. Bald kam Geiger Anton Sjarov dazu, der den Kontakt zu dem Duo herstellte. Sie hatten zuvor nur eine kurze Probe. Trotzdem klappte das Zusammenspiel gut, besonders bei Standards wie „Girl from Ipanema“ oder „The Shadow of your Smile“. Die Kompositionen von Anton Sjarov, die durch die südamerikanische Rhythmik neu nuanciert erklangen, spielten die Musiker nach Noten. Trotzdem klang alles immer ein wenig improvisiert und dazu mit entspannter Lässigkeit gespielt. Die Musiker scherzten und zeigten Freude an ihrem lockeren Spiel, was schnell auch das Publikum ansteckte. Für das Konzert in dieser einmaligen Konstellation gab es viel Applaus. Bei der Zugabe übernahm dann Perkussionist Edmundo Carneiro gekonnt die Rolle des Sängers.